Olympic Day 2026

Let's Move

Rund 300 Schüler*innen der Klassen drei bis sechs feierten den Olympic Day im Deutschen Sport & Olympia Museum – mit Athlet*innen-Talks, Museumsführungen und Sportaktionsständen.

Es ist kurz nach neun Uhr, die Sonne liegt schon warm über der Domstadt, als Moderator Kai Gemeinder das Mikrofon hebt und zehn Schulklassen der Stufen drei bis sechs zum Olympic Day begrüßt. Vor ihm der Rhein, hinter ihm das Deutsche Sport & Olympia Museum (DSOM) – und für die nächsten vier Stunden gehört der Tag den Schüler*innen, die an diesem Dienstag aus Köln und der Region angereist sind, um den Geburtstag der Olympischen Bewegung zu feiern.

Der Olympic Day am 23. Juni erinnert jährlich an die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Jahre 1894 in Paris. Weltweit beteiligen sich daran mehr als 100 Nationale Olympische Komitees mit Sport-, Kultur- und Bildungsangeboten. In Deutschland richtet die Deutsche Olympische Akademie (DOA) im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) das zentrale Event aus – bereits seit über zehn Jahren am selben, bewährten Ort: im DSOM am Rheinauhafen. 

Drei Runden, ein Programm

Nach dem Warm-up mit Breaking auf der Rheinterrasse eröffnen Gemeinder, DOA-Vorständin Katja Kliewer und Museumsdirektor Dr. Andreas Höfer den Tag offiziell. Es folgen drei Programmrunden, in denen sich die Klassen abwechselnd auf Athlet*innen-Talks, Museumsführungen und Aktionsstände verteilen – ein Format, das den Schüler*innen ermöglicht, in kleineren Gruppen mit den Sportler*innen von Team D, Team D Paralympics und Special Olympics ins Gespräch zu kommen.

Ein Kernthema der Talkrunden wird schnell deutlich: der Spaß an Bewegung. Hockeyspielerin Nike Rühr, die mit der Nationalmannschaft in Rio 2016 die Bronzemedaille gewann, betont: „Freude kommt aus euch selbst heraus. Und das ist die wichtige Grundlage für alles, was ihr später in eurem Leben macht!“ 

Bob-Anschieber David Steube, der unterschiedliche Sportarten ausprobierte, bevor er als junger Erwachsener seine neue Leidenschaft im Eiskanal entdeckte, profitiert noch heute von seinen früheren Disziplinen – ob Turnen oder Schwimmen. „Die Zeit, die ihr jetzt in etwas investiert, kommt euch später zugute“, sagt der Juniorenweltmeister.

Para-Leichtathlet Simon Riehm, bis zu einer krankheitsbedingten Beinamputation ambitionierter Handballer und nun erfolgreicher Speerwerfer, legt den Kindern einen fairen Umgang mit sich selbst nahe – auch bei Niederlagen: „Wenn man alles gegeben hat, sich selbst nichts vorwerfen kann, aber der andere einfach besser war, dann kann und sollte man stolz auf sich sein.“ Seine Erfahrungen sieht er nicht als Verlust, sondern als Gewinn: „Ich habe in dieser schwierigen Zeit unheimlich viel über mich selbst gelernt.“ 

Para-Eishockeyspieler Jano Bußmann, der mit einer angeborenen Fehlbildung lebt und sowohl in Deutschland als auch in Tschechien spielt, berichtet von einem der Hauptgründe seiner Passion: „Dass ich selber mal so schnell sein kann. Und auch, dass auf dem Schlitten jeder gleich ist, sorgt für eine große Motivation.“

Auch Handballnationalspieler Julian Köster, der im Vorfeld des Olympic Day den Fair Play Preis des Deutschen Sports von Katja Kliewer erhielt, und die Special-Olympics-Athlet*innen Andrea Karmasch (Judo) und Thomas Wendt (Tennis) stehen den Schüler*innen Rede und Antwort. Besonders begeistert ihre Freundschaft, die auf der Bühne deutlich wird – als Gesichter der Special Olympics NRW Landesspiele 2024 kennen sie sich seit mehreren Jahren. Köster hebt die Atmosphäre der Wettkämpfe für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung hervor: „Bei uns zählt nur noch das Ergebnis, Sieg oder Niederlage. Bei den Special Olympics zählt immer auch die Reise, das Training, das man investiert, um zu den Wettkämpfen zu kommen.“ 

Selbst ausprobieren statt nur zuschauen 

Bei den Museumsführungen tauchen die Klassen ein in die Sportgeschichte – von historischen Medaillen über Sportgeräte vergangener Jahrzehnte bis zu persönlichen Objekten. Die 2.000 Exponate in der Dauerausstellung bieten reichlich Gesprächsstoff – und manch eine Frage aus dem jungen Publikum dürfte selbst erfahrene Guides überraschen. Dabei findet längst nicht jeder Schatz aus dem Bestand seinen Weg auf die Ausstellungsfläche: Im neuen Zentraldepot lagern 100.000 Objekte. „Ein sehr wertvolles mussten wir vor Kurzem weggeben“, sagt Gregor Baldrich im Interview mit dem DOSB. „Es war eine Siegermedaille der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit von 1896, deren Besitzer sie zurückgefordert hat.“

Wer nicht gerade im Talk oder einer Museumsführung ist, hat an den Sportständen auf dem Dach die Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. Die Kinder nutzen die Gelegenheit sichtbar gerne, um Sportarten auszuprobieren, die im eigenen Schulalltag selten vorkommen: Der Deutsche Cricket-Bund präsentiert die „neue alte“ olympische Sportart, die nach 128 Jahren wieder in Los Angeles 2028 zum Wettkampfprogramm zählen wird. Auch Flag Football (NFL Deutschland), Breaking (No Limits e. V. Köln), der Kölner Fechtklub, das Leichtathletik-Team der Deutschen Sporthochschule Köln und Handball Nordrhein mit Special Olympics NRW sind vertreten.

Netto Marken-Discount präsentiert mit Basketball und Fußball zwei klassische Sportarten – und sorgt mit einer Fotostation im Museumsfoyer für strahlende Gesichter: Hier können sich die Schüler*innen mit ihren großen Vorbildern wie Julian Köster ablichten lassen. Abschließend erhält jede*r von ihnen eine Brotdose zur nahrhaften Stärkung – und kann die Kalorienspeicher nach schweißtreibender Bewegung wiederauffüllen. Über das eigene Quiz-Angebot sensibilisiert auch die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) mit ihrer Kampagne GEMEINSAM GEGEN DOPING den Nachwuchs für einen gesunden und sauberen Sport von morgen.

Ein starkes, eingespieltes Team 

Möglich wird der Olympic Day nur durch das Zusammenspiel von DOA, DOSB, DSOM sowie den zahlreichen der Veranstaltung: 

  • Sportland.NRW um den Referatsleiter Leistungssport der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Dirk Schimmelpfennig

  • adidas, Allianz, Citroën und Sparkasse als Top Partner von Team Deutschland

  • EDEKA und Netto Marken-Discount als Premium Partner von Team Deutschland 

„Als langjähriger Partner von Team Deutschland engagiert sich Netto Marken-Discount beim Olympic Day, um Kinder und Jugendliche für Bewegung zu begeistern. Wir setzen uns dafür ein, sportliche Werte wie Teamgeist, Fairness und Leistungsbereitschaft zu vermitteln und einen aktiven Lebensstil im Alltag junger Menschen zu verankern. Dabei zeigen wir, wie eng Bewegung und bewusste Ernährung zusammengehören und sich beides einfach in den Alltag integrieren lässt“, so Christina Stylianou, Pressesprecherin Netto Marken-Discount.

Auch die Volunteers, die den reibungslosen Ablauf im Vorder- und Hintergrund organisieren, tragen maßgeblich zum Gelingen bei. „Wir greifen auf gewachsene und starke Strukturen zurück, wofür wir sehr dankbar sind“, hebt Katja Kliewer hervor. „Dadurch können wir auch während der Umbruchszeit, in der sich die DOA befindet, unsere Leuchtturmprojekte realisieren.“ Wenn kleine und große Stellschrauben ineinandergreifen, sich Haupt- und Ehrenamt vertrauen, entsteht ein Event, das hunderten Kindern lange in Erinnerung bleiben wird. „Das ist großes und nachhaltiges Teamwork.“

Als die Rheinterrasse wieder leer, das Equipment in den Autos verstaut ist, sickert die erneute Erkenntnis durch, was Sport leisten kann: Menschen verschiedener Disziplinen und Lebenswege zusammenbringen und junge Menschen für die Werte der Olympischen Bewegung begeistern. Der nächste Olympic Day kommt bestimmt – und mit ihm hoffentlich die Gewissheit, dass auch die nächsten Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland nicht mehr fern sind. 

Text: Peter Fegers
Fotos: DOA / Kai Peters

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