Puma Spike "Roma" | Armin Hary - Spiele der XVII. Olympiade 1960, Rom
Inventarnummer: 12/32
Leichtathletik-Spikeschuh des Sportartikelherstellers Puma, Modell „Roma“. Der Schuh ist in weißer Grundfarbe ausgeführt und verfügt über den charakteristischen Puma-Formstrip in Blau sowie eine rote Ballenstütze im Bereich des Vorderfußes. Die Laufsohle ist mit Spikes ausgestattet und für Sprintdisziplinen konzipiert. Das Modell wurde 1959 von Rudolf Dassler entwickelt und zählt zu den technisch innovativen Leichtathletikschuhen seiner Zeit.
Eine wesentliche Neuerung des Modells war die von Puma patentierte rote Nylon-Ballenstütze im Vorfußbereich. Diese sollte den Halt in Kurven verbessern, insbesondere bei Sprintdisziplinen wie dem 200-Meter-Lauf und der 4×100-Meter-Staffel. Darüber hinaus sollte sie eine schnellere Abdruckbewegung des Fußes ermöglichen und gleichzeitig das Obermaterial vor vorzeitigem Verschleiß schützen. Das Obermaterial bestand nach Herstellerangaben aus Känguruleder.
Das Modell „Roma“ steht in engem Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1960 in Rom. Der deutsche Sprinter Armin Hary trug dort ein nahezu baugleiches Modell bei seinem Olympiasieg über 100 Meter. Hary gewann in Rom die Goldmedaille mit einer Zeit von 10,2 Sekunden und errang zudem Gold mit der deutschen 4×100-Meter-Staffel. Die mit diesem Schuhmodell verbundenen sportlichen Erfolge trugen zur internationalen Bekanntheit der Marke Puma im Leichtathletiksport bei.
Die historische Marke von 10,0 Sekunden
Am 21. Juni 1960 schrieb Armin Hary im Zürcher Letzigrund-Stadion Leichtathletikgeschichte: Als erster Mensch lief er die 100 Meter in der sensationellen Zeit von 10,0 Sekunden. Doch dieser Weltrekord war von Kontroversen begleitet. Sein erster Lauf wurde wegen eines angeblichen Fehlstarts annulliert. Gemeinsam mit dem Journalisten Gustav Schwenk setzte sich Hary erfolgreich für eine Überprüfung der Entscheidung ein. Daraufhin erhielt er die Möglichkeit zu einem zweiten Start, er stellte erneut die Weltrekordzeit von 10,0 Sekunden auf.
Olympische Spiele in Rom: Der Weg zum Triumph
Nur wenige Monate nach seinem Weltrekord nahm Armin Hary an den Olympischen Spielen 1960 in Rom teil. Am 1. September standen die Entscheidungen über die 100 Meter an. Mit einer starken Leistung im Halbfinale qualifizierte er sich für den Endlauf.
Das Finale war von mehreren Unterbrechungen geprägt. Fehlstarts und technische Probleme verzögerten den Beginn des Rennens. Unter anderem musste der Start verschoben werden, nachdem sich der Startblock des Kubaners Enrique Figuerola gelöst hatte.
Erst beim vierten Startversuch konnte das Rennen durchgeführt werden. Hary setzte sich in einem engen Finale gegen den US-Amerikaner Dave Sime durch und gewann die Goldmedaille über 100 Meter. Beide Athleten wurden mit 10,2 Sekunden gestoppt, Hary erhielt jedoch aufgrund der Zielfoto-Auswertung den Sieg zugesprochen. Mit diesem Erfolg wurde er Olympiasieger und bestätigte seine Stellung als einer der führenden Sprinter seiner Zeit.